Im Herbst 2013  war es die Insel Hvar, die ich mir dieses Mal für einen 10-tägigen Malurlaub ausgesucht hatte. Ausgangspunkt für meine zeichnerischen Exkursionen war ein kleines Appartement in der Nähe des umtriebigen Fährhafen von Sucuraj schließlich muss nicht nur die Pkw-Logistik, sondern auch die tägliche Versorgung auf einer 70 km langen Insel mit nur rund 12000 Einwohnern gewährleistet sein. 

Das gegenüber liegende Festland,  also die Küste von Dalmatien, besonders die Region Makarska-Rivera, kannte ich aus früheren Aufenthalten schon zu Genüge. Es war mir dort im Laufe der Jahre mehr und mehr zu touristisch und zu kommerziell geworden. Nun hoffte ich auf Hvar wieder etwas mehr Ruhe und Gelassenheit zu finden, den man konnte die Insel mit dem Auto nur per Fähre (von 6-22 Uhr) erreichen  … und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Insel ist auf dem schmalen südlichen Teil (also rund zwei Drittel)  sehr dünn besiedelt. Jedoch in den Sommermonaten ist auf der Insel, hauptsächlich die gleichnamige Stadt Hvar, bei Touristen sehr beliebt. In der Nachsaison, also nach Mitte September, wird es dann täglich entspannter, auch was die sommerlichen Temperaturen anbelangt.

Kleine pittoreske Fischerdörfer und verschlafene Bauerndörfer wechseln sich in dieser weitgehend unberührten,  mehr als 2000 Jahren alten Kulturlandschaft ab (es gibt auch nur eine Hauptstraße, die mit 40 km/h befahren werden darf).

Seit der Antike haben sich auf der Insel auch die Gerüche und die Stimmung nicht wesentlich verändert, denn auf den uralten Feldern wachsen noch immer die gleichen Pflanzen und Kräuter wie eh und je. Umsäumt von langen Trockenmauern aus weiß-grauem Kalkstein finden sich auf dem kargen Boden Granatapfel, Feigen, Rosmarin, Salbei, wilder Fenchel, Weinreben und Olivenbäume.  Und dazwischen immer wieder mannshohe bunte Oleanderhecken neben Zypressen oder im Frühjahr auch mal blühende Lavendelfelder.

Recht bald vermitteln einsame Badebuchten, schattige Pinienwälder und glasklares türkisfarbiges Wasser ein Gefühl von paradiesischer Ruhe – nur begleitet vom eintönigen Musizieren  der Zikaden.  Eine herrliche Insel, nicht nur um völlig entspannt zu zeichnen, sondern auch um sich am Abend bei einem Glas Rotwein dem geschäftigen Treiben des Hafen hinzugeben.