Mit meiner Marokkoreise Anfang November 2017 ging in diesem Jahr ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Begonnen hatte alles vor nahezu 40 Jahren als ich zum ersten Mal von Mackes und Klees Nordafrikareise nach Tunis im Frühjahr 1914 gelesen hatte. Ihre Tunisreise wird in der Kunstgeschichte als Schlüsselereignis zum Kunstverständnis des 20. Jahrhunderts aufgefasst.Hier erfuhren die beiden Maler diejenigen Eindrücke von Farben, Formen und Kontrasten, die ihr künstlerisches Schaffen an der Schwelle zur modernen Kunst nachhaltig beeinflussen sollte.

Klee Zentrum BernEine Woche vor der Reise nach Marokko wollte es zudem ein Zufall, dass ich kurzfristig noch einen Besuch im erst 2005 eröffneten Paul Klee Zentrum in Bern machen konnte. Der Besuch im Museum, die Architektur und Klees Arbeiten waren sehr beeindruckend.

Von seinem fast 10.000 Werke umfassenden Œuvre waren in Bern rund 40 Prozent, das heisst ca. 4.000 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen sowie biografische Materialien im Zentrum Paul Klee zusammengeführt werden; somit die weltweit bedeutendste Sammlung von Klees Werken.

Ganz aktuell wurde während meines Besuches eine hervorragende Ausstellung über die Bedeutung von Paul Klees Werk für die Entwicklung der US-amerikanischen Kunst in der Mitte des 20. Jahrhunderts gezeigt. Darunter waren amerikanische Künstler wie Jackson Pollock, Robert Motherwell und Mark Tobey.

Marrakech gilt als das kulturelle Zentrum Südmarokkos mit der ursprünglichsten orientalischen Lebensweise.

Als das „Tor zum Süden“ bezeichnet hat Marrakech von allen nordafrikanischen Städten den eigentümlich arabisch-orientalischen Flair.

Aufgrund seiner rot getünchten Gebäude wird Marrakech aber auch die „Rote Stadt“ genannt. Majestätische Stadtmauern, chaotische Stadtviertel (Souks), ruhige Gärten zum Entspannen und bunte Märkte, enge Gassen, undefinierbare Gerüche – das alles ist Marrakech und noch viel mehr.

Neben den modernen Gärten und den umtriebigen Souks besticht die Medina von Marrakech aber vor allem durch seine reiche historische Architektur – von Moscheen über Koranschulen bis hin zu den liebevoll gestalteten Innenhöfen der Paläste und Riads ab dem 15. Jhd.. Zusammen mit den weichen und erdigen Farben, neben Licht und Schatten, sind die vielfältigen Kontraste, Ornamente und Strukturen eine einzige Augenweide für jeden Maler und Zeichner.

Hier  hat auch der franz. Designer Yves Saint Laurent in den 80iger Jahren Farbe und Licht entdeckt. Der Spaziergang in den von ihm restaurierten  Jardin Majorelle führt durch einen exotischen Garten, vorbei an rund 300 Pflanzengattungen in allen Grün-Blau-Kontrasten, ergänzt durch eine genauso phantastisch anmutende Architektur.  Auf dem Weg in die roten Granitberge des Ourika-Tals (rund eine Stunde von Marrakesch entfernt) liegt ein weiteres Garten-Higlight, der erst 2016 eröffnete Anima Garden des österreichischen Multimediakünstlers und Feingeist Andre Heller (noch ist der Garten ein Insidertipp, denn in der Stadt selbst, in den Büros der örtlichen Tourveranstalter, fehlt jeglicher Hinweis auf diese neue „Sehenswürdigkeit).

Einen kleinen Teil meiner Marrakechreise – von der Stadt bis in das Atlasgebirge- habe ich versucht mit meinen Zeichnungen und Aquarellstudien einzufangen – unabhängig davon ob es Pflanzen, Architektur, Mosaiken, Teppiche, ein Berberdorf oder auch mal ein ganzer Marktplatz war. Insgesamt war die Fülle an Motiven aber so groß, dass dafür 10 Tage Aufenthalt einfach zu kurz waren.