• Collioure

Diese Reise führte mich Anfang Juni 2018 in den äußersten Südwesten von Frankreich. Unmittelbar an die spanisch-katalanische Grenze an die Côte Vermeille:  zuerst in den Hafen von Collioure,  in das Pyrenäenmassiv und danach in den Cevennen- Nationalpark und in die kleine Camargue.

Teil 1

Collioure ist ein ehemaliges Fischerdorf mit zwei Hafenbuchten, die durch eine imposante königliche Burganlage getrennt wird. Begrenzt wird der Hafen durch eine weit ins Meer vorgeschobene malerische Wehrkirche, deren Turm früher ein Leuchtturm war.

Schon 1905 war Henri Matisse, zusammen mit seiner Familie und in Begleitung von André Derain, erstmals nach Collioure gekommen, um hier in den Sommermonaten bis zum Beginn des 1. Weltkrieges regelmäßig zu malen. Hier entwickelten die beiden Maler auch den franz. Fauvismus. Andere Maler folgten Ihnen bald, darunter waren Georges Braque, Raoul Dufy, Foujita, Othon Friesz, Juan Gris, Albert Marquet und Pablo Picasso.

Leider war das Wetter bzw. das Licht  in Collioure während meines  Aufenthaltes etwas durchwachsen, an zwei Tagen fegte sogar ein Orkan über den pittoresken Ort. Ich konnte aber aber dennoch die Zeit gut nutzen um mehrere Skizzen vom Hafen, der Festung und der Wehrkirche zu machen.  Zeichnerische Ausflüge in die nähere Umgebung (auch über die Grenze nach Spanien) rundeten dann das Gesamtbild dieser  wirklich imponierenden Grenz-Landschaft ab.

Ganz besonders beeindruckend war, dass die Weinberge in der gesamten Region noch sehr grün waren (das Frühjahr war sehr regnerisch gewesen) und es blühte nun allenthalben neben vielfarbigen Hortensien der knallgelbe Ginster. Eine üppige Farbenpracht entfaltete sich daher bis weit in das ebenfalls sehr grün-saftige Hinterland.  Während an der Küste schon Temperaturen um  25-30 Grad C. herrschten, konnte man in der Ferne den noch immer schneebedeckten Gipfel des Pic du Canigou (2.785m) bewundern.

Teil 2

Nach einer wunderbaren ersten Woche am Meer brach ich Mitte Juni nach Sommieres auf (eine  typisch franz. Kleinstadt zwischen Montpellier und Arles gelegen) um alte Freunde in der Petit Camargues zu besuchen und um den südwestlichen Teil des Nationalparkes Cevennen zu erkunden. Der größte Nationalpark Frankreichs erstreckt sich über drei Departements (Lozère, Gard und Ardèche) , gehört zu den beiden Regionen Languedoc-Roussillon und Rhône-Alpes, und bietet eine Vielzahl an landschaftlichen Attraktionen. Mehrere Flüsse und alte sehenswerte Dörfer wechseln sich mit tiefen Schluchten und trockenen Hochebenen ab.  Ein Eldorado für leidenschaftliche Maler, Zeichner und Sketcher, die gerne im Freien arbeiten und das besondere Flair dieser Landschaft genießen können.

Mehrere Tagesausflüge führten mich von hier aus zum Zeichnen nach Arles, Aigues-Mortes, Sommieres in den Nationalpark  Camargues, oder in die Berge in die mittelalterlichen Dörfer Sauve und Brissac.

Wilde Schluchten und pittoreske Flusstäler wechseln sich in dieser provenzalischen Landschaft mit Oliven- und Pinienwäldern, Graslandschaften und verschlafenen Dörfern in schneller Folge ab. Aber so ist es in der realen Provinz – viel Landschaft und wenig Tourismus, aber dafür ganz viel Zeit und Muße für individuelles Genießen, Zeichnen und Malen- vor Ort, meistens auch noch in Verbindung mit einem guten Hauswein.